Mai 23

Interview Teil I: Eisvögel-Coach on Tour…

http://www.usc-eisvoegel.de/wp-content/uploads/DSC_0176.jpghttp://www.usc-eisvoegel.de/wp-content/uploads/DSC_0176.jpghttp://www.usc-eisvoegel.de/wp-content/uploads/DSC_0176.jpgInterview Teil I: Eisvögel-Coach on Tour…

Teil I: Eisvögel Co-Trainer Sascha Bozic und Stefan Schonhard (Herren 1 Spieler und bei den Eisvögeln hinter den Kulissen zuständig für Events, wie zuletzt beim TOP FOUR 2013) waren im letzten Monat für zwei Wochen in Bethlehem, Palästina in Sachen Basketballentwicklungshilfe unterwegs. Was die beiden basketballerisch dort alles erlebt haben, wie dieses Projekt entstanden ist und wie die beiden Eisvögel-Mitglieder im Flüchtlingscamp aufgenommen wurden, zurechtkamen und eine andere Kultur kennenlernten erzählten uns die beiden ausführlich im gemeinsamen Interview.

Hallo Sascha, Hallo Stefan, am 7.April diesen Jahres habt ihr ein außergewöhnliches Projekt gestartet und wart knapp 14 Tage in Bethlehem (Palästina) um das Visions Basketball-Camp durchzuführen. Wie entstand die Idee ein solches Basketball-Projekt zu organisieren?

Sascha Bozic: Matthias Schwendemann, ein langjähriger Mitspieler, guter Freund und ehemaliger USC-Jugendtrainer, ist mit der Idee an uns herangetreten. Er besitzt noch viele Kontakte nach Palästina aus seiner Zeit, in der er sein Freiwilliges Soziales Jahr in Jerusalem abgeleistet hatte. Nach kurzen Überlegungen sagte ich zu und wir starteten im September 2012 mit den ersten Vorbereitungen.

Beschreibt doch bitte kurz wie die Organisation im Vorfeld aussah, wer eure Unterstützer und Förderer waren und welche Ziele und Pläne ihr mit dem Visions Camp verfolgt habt?

Stefan Schonhard: Der erste Kontakt entstand über Matthias zu Sandra Jagroep, eine Holländerin, die im Flüchtlingscamp eine Basketball Academy aufgebaut hat. Sie war nicht nur im Vorfeld unsere Ansprechpartnerin sondern auch vor Ort. Die Windows Sport Academy, sowie das Ibdaa Cultural Center, welches uns die Unterkunft stellte waren in Bethlehem unsere Partner. Aus Deutschland unterstützten uns im Vorfeld das Orientnetzwerk (bei dem Sammeln von Spenden), der USC Freiburg und die Eisvögel (mit Sachspenden) und Klutsh Apparel, welche uns die knapp 60 Camp-Shirts zur Verfügung stellten. Des Weiteren sind die vielen Freunde, Bekannten und Verwandten zu nennen die in privaten Spenden unser Projekt erst möglich machten. Zudem erfolgte im Vorfeld ein ausführlicher Bericht zu unserem Projekt auf der Homepage des USC Freiburgs

Sascha Bozic: Die Flüge, Kost und Logie haben wir zudem aus eigener Tasche finanziert. Für das Camp, die Preise, Shirts, Hallenmiete, Wasser, Essen und den Druck des Readers für die teilnehmenden Coaches hatten wir, wie Stefan bereits gesagt hat, sowohl private Sponsoren und Unterstützer. Ziel war es in erster Linie den Kindern eine Abwechslung durch das Camp an sich und durch uns “auswärtige” Coaches anzubieten. Dieses Special sollte die Kinder noch weiter an die Window Sports Academy binden und für Basketball allgemein begeistern. Darüber hinaus fand eine Coaches Clinic speziell für Jugendtrainer statt, in der es vordergründig darum ging ein Netzwerk unter den Jugendcoaches aufzubauen, da so etwas noch nicht besteht und zusätzlich über Grundkenntnisse im Basketball zu referieren.

Alle Campteilnehmer und Coaches des Visions Basketball-Camps 2013 in Betlehem

Sascha, wie würdest du den Basketballstand in Palästina beschreiben?

Sascha Bozic: Sowohl die organisatorischen Strukturen, als auch das Basketballniveau steckt noch in den Kinderschuhen. Erst seit einem Jahr gibt es eine palästinensische Jugendliga für die U18-Jungs. Sowohl die jüngeren Jungs als auch die Mädchen haben keine geregelten Spielbetrieb, sondern wenn überhaupt vereinzelte Freundschaftsspiele. Aufgrund der geringen Trainingsanzahl ist das technische und taktische Niveau recht niedrig. Jedoch haben mich athletisch dort viele Spieler positiv überrascht. Ebenfalls ist die Laufbereitschaft bei dem Großteil sehr hoch. Ein größer Unterschied zu uns ist das Training. Technisch und kleingruppentaktisch wird in Palästina gar nicht trainiert. Ein Training besteht aus einem Aufwärmen und dann mehreren 5:5 Spielen. Die vorherrschende Verteidigungsform ist die Zonenverteidigung – auch schon bei den jüngeren Jugendteams.

Ihr hattet auch eine Mädchengruppe, etwas besonderes in Palästina, was galt es dabei alles zu beachten?

Stefan Schonhard:Ja, das ist richtig. Sandra erzählte uns, dass es noch nicht so lange für junge Mädchen möglich ist überhaupt Sport zu machen. Die Trainingseinheiten der knapp 20 Mädchen habe ich mit Panagiotis Stylianopoulos (unserem vierten Coach aus Deutschland) und Abdallah Jabr, der als Übersetzer fungierte, übernommen. Ich hatte im Vorfeld schon gehörigen Respekt, da uns Sandra erzählte, dass wir auf einige Sachen Rücksicht nehmen müssten. Da war z.B. dass wir beim Vormachen der Übungen nicht einfach eine Spielerinn nehmen sollten, da dies eher als Bloßstellen galt. Des Weiteren sollten wir die Spielerinnen beim Zeigen der Übungen nicht berühren oder anfassen, was bei vielen Übungen sehr schwierig war. Außerdem sollten wir mit Fotografieren vorsichtig sein, da viele Mädchen nicht fotografiert werden möchten oder es von den Familien verboten war. Nach der ersten Trainingseinheit, waren meine Zweifel aber alle beseitigt. Die Mädchen (von 10-16 Jahren) waren alle so fröhlich, konzentriert und offen, dass ich keinerlei Unterschied zu einem Training hier bemerkt habe. Man hat den Mädchen bei jeder Einheit angemerkt, dass Sie glücklich sind Sport machen zu dürfen und Sie hatten insbesondere bei den Fangspielen großen Spaß, bei denen wir am Ende sogar selbst mitgemacht haben.

Vision Camp Trainer Stefan Schonhard

Was war am beeindruckendsten und welche Erfahrungen habt ihr außerhalb des Camps machen dürfen?

Sascha Bozic: Für mich persönlich die Gastfreundschaft mit der wir empfangen wurden, insbesondere in den Familien, in denen wir zu Mittagessen durften! Die Freude und Aufgeschlossenheit der Kinder (auch auf der Straße) gegenüber uns “Fremden”. Wir konnten einen Einblick in das alltäglich Leben einzelner Personen und Familien gewinnen, die im Flüchtlingscamp leben. Darüber hinaus haben wir eigene Eindrücke bezüglich der unterschiedlichen Lebensverhältnisse der Campbewohner, “regulärer” Palästinenser und Israelis sammeln können. Für mich persönlich war es sehr überraschend zu merken, dass ein Großteil der jüngeren palästinensischen Bevölkerung (bis ca. 35 Jahre) keinen spürbaren Hass gegenüber der israelischen Bevölkerung besaß. Am meisten Spaß hat mir bereitet, dass ich ein neues Land, eine neue Kultur und viele interessante Persönlichkeiten kennen lernen durfte!

Stefan Schonhard: Für mich war es, dass einem richtig bewusst wurde in was für einem reichen Land und unter welchen privilegierten Umständen wir hier leben dürfen. Reich im Sinne der Möglichkeiten, die wir besitzen. Gerade wir die junge Generation in Deutschland, weiß ja sehr oft nicht was Sie in Zukunft studieren will, arbeiten möchte und und und. Aber allein die Möglichkeit zu haben sich frei entscheiden zu können, ist den meisten jungen Menschen in Palästina überhaupt erst gar nicht gegeben. Dies weiß ich ab jetzt noch viel mehr zu schätzen. Zum anderen war es ein bestimmtes Gespräch von dem ich persönlich sehr berührt war. Es war die Lebensgeschichte eines Palästinensers, der so alt ist wie wir. Er erzählte uns, wie seine Kindheit war, wie er den Konflikt sieht, was für Ziele er in seinem Leben hat und welche Probleme. Da war ich sehr beeindruckt und gleichzeitig beschämt, über das was wir so „Probleme“ nennen.

Teil II des Interviews gibt es ab Samstag (25.05) auf unserer Homepage zu lesen…

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