Eisvögel in Keltern: Prohaska geht voran, doch die Ernte fährt der Tabellenführer ein.
Rutronik Stars Keltern gegen Eisvögel USC Freiburg: 81-52 (38-27). Much stress – no success, so mag man vermuten. Doch die Eisvögel lernen auch bei ihrem Trip auf den DBBL-Gipfel in Nordbaden.

Knapp 400 Zuschauer, schicker Basketballcourt, Tabellenplatz 1 und seit 18 Spieltagen ungeschlagen. Läuft beim Tabellenprimus der 1. Toyota DBBL, den Rutronik Stars Keltern. Das Erstligaprogramm des FC Nöttingen hat schon schlechtere Zeiten erlebt.
Und genau gegen dieses Team im aktuellen Dauerhoch durften die Eisvögel bei ihrem Lernflug durch die 1. Bundesliga nun ran. Sonntagnachmittag, 16 Uhr, ging’s los.
Nichts als Namen: Ohne Greta Kröger (Muskelfaserriss) musste die #birdgang antreten in Dietlingen. Schnell wurde klar: Nach ihrem Highscore-Game gegen Marburg wurde Summah Evans von Keltern an die Kette gelegt. Die sympathische Australierin blieb ohne Punkte. Ganz wie Centerin Eléa Gaba. Schwer für die Eisvögel, ohne Punkte von zwei ihrer drei Topscorerinnen auf dem „Nanga Parbat des Deutschen Frauenbasketballs“ Sauerstoff zu ziehen. Paula Paradzik und Helena Englisch sprangen mit beherzten Penetrations in die Presche. Abby Prohaska ging mit 18 Punkten voran.
Fatal desease: Das Eisvögelprogramm nutzte die Reise in die Höhenluft der Liga, um sich weiterzuentwickeln. Antonia Kraushaar, Xara Eich und Paula Huber-Saffer setzten Akzente und trugen sich in die Scorerliste ein. Und doch war es das Zusammenkommen des in der Saison typischen Eisvögel „Unhappy Triad“, das die Sache in der Sporthalle Schulzentrum Dietlingen dann im dritten Viertel doch deutlich werden ließ: Ballverluste gegen den gegnerischen Druck, Kelterner Offensivrebounds und fehlendes Foul-Management. Die Eisvögel gönnten sich gegen den kommenden Deutschen Meister pro Viertel durchschnittlich zwei Fouls. Zu wenig defensive und taktische Härte, um dauerhaft auf Augenhöhe zu spielen. Anders Keltern: Nahezu jeder vielversprechende Versuch der Eisvögel, mit Schnelligkeit und einfachen Korblegern zu punkten wurde mit einem frühen Foul beendet. Ergebnis: Einwurf Seitenlinie statt zwei Punkte für Freiburg.
Little by little the bird builds it’s nest: Fünf Auszeiten hat jedes Team in der 1.DBBL. Und Matea Tavic, ihres Zeichens Headcoach des Tabellenführers, nahm sie alle fünf. Meist als Reaktion auf Freiburger Runs, in denen das große Talent in den Reihen der Eisvögel aufblitzte. Jedes einzelne Time out eine Auszeichnung für die Freiburger Youngster, jede Auszeit eine kleine olympische Medaille.
Und trotzdem: 24 Ballverluste, 10 gegnerische Offensivrebounds, eine Freiwurfquote von unter 70 Prozent und erneut der Downer in Viertel 3. Man könnte den Kopf in den Sand stecken in Freiburg. Tut man aber nicht. Es geht weiter. Weil es richtig ist. Ganz wie im Freiburger Februar sich die ersten Frühlingszeichen bemerkbar machen, geht die Saat im Eisvögel-Basketball ganz langsam auf. Langsam. Aber sicher.
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Und sonst so? Das WNBL-Team des USC Freiburg ist erfolgreich in die Playoffs gestartet. In Spiel 1 des Achtelfinals gegen Post SV Nürnberg gab’s einen 81:68 Heimsieg. In der „best-of-three“-Serie steht es somit 1:0 für die jungen Eisvögel. Das 2.DBBL-Team der Eisvögel hatte am Wochenende spielfrei.









