18.03.2026  /  Verein

WNBL: Statement in Berlin

Dezimierte Eisvögel liefern dem ALBA-Nachwuchs über 40 Minuten einen aufopferungsvollen Kampf und verpassen es beim 64:67 (26:38) nur knapp, sich den Matchball im heimischen Unidome zu sichern.

Am Samstag den 14. März, 08:55 Uhr Ortszeit, machte sich eine Reisegruppe unbeugsamer USClerinnen mit der Deutschen Bahn auf, um den im Saisonverlauf bis Dato ungeschlagenen Albatrossen aus Berlin den metaphorischen Stock in die Speichen zu stecken und das erste Spiel der Viertelfinalserie nach Freiburg zu holen. Mit im Gepäck: Fragezeichen und Sorgen ob der dünnsten Personaldecke der gesamten Saison. Neben Frederike Askamp (wir berichteten) tauchte auch Karlotta Schmitt auf dem Injury Report auf und fehlte ebenso wie Lola Hadzidedić, Ida Christ und Carla Christ, die vom Verband allesamt zu einer parallel stattfindenden Sichtungsmaßnahme zitiert worden waren. 14er-Kader abzüglich Lazarett und Landesverbandsturnier ergibt in diesem Fall 7 verfügbare Spielerinnen. Neele Schaper aus der u16-Regionalliga stabilisierte das Konstrukt und sorgte für wertvolle Entlastung.

Nach der Ankunft in Berlin und dem abendlichen Abschlusstraining durfte sich die Mannschaft über ein von Oberbürgermeister Martin Horn gesponsertes Abendessen beim Vietnamesen freuen und nächtigte wohlgesättigt unweit der Max-Schmeling-Halle, in der es tags darauf um 12:00 zum Aufeinandertreffen der beiden größten deutschen Ausbildungsvereine kam.

Berlin ging siegessicher in die Partie, ließ ihre mit Abstand stärkste Spielerin in Lilli Schultze, die bislang ausschließlich in der 1. und 2. DBBL zum Einsatz kam, zu Beginn des Spiels auf der Bank, und bekam dafür umgehend die Quittung ausgehändigt: Freiburg startete fokussiert in die Partie, angetrieben von Paula Kohn, die Verantwortung übernahm und ihr bislang bestes WNBL-Spiel im USC-Dress ablieferte. Beim Stand von 10:5 aus Freiburger Sicht sah sich Berlins Trainer Antonio Cañamero dann doch genötigt, Schultze ins Spielgeschehen eingreifen zu lassen. Die Berlinerinnen arbeiteten sich in der Folge durch viel Präsenz in der Freiburger Zone sowie intensive Verteidigung in die Partie, und konnten zu Ende des ersten Abschnitts eine knappe 18:16-Führung behaupten.

In Spielabschnitt zwei hatte Freiburg wie schon häufiger im Saisonverlauf einen kollektiven Durchhänger: ALBA schnappte sich einen Offensivrebound nach dem anderen, während Freiburg mit der kurzen Rotation merklich Körner gelassen hatte und in der Offensive phasenweise ideenlos wirkte. 20:10 ging Viertel 2 an Berlin, womit es nach der Halbzeit galt, eine 12-Punkte Hypothek abzuarbeiten.

Gesagt, getan: Nach kurzem Durchatmen und Besprechung in der Halbzeitpause besannen sich die jungen Eisvögel auf ihre Stärken, beschützten die eigene Zone besser und beraubten Berlin damit jeglichen offensiven Spielflusses. Gleichzeitig spielte man offensiv nun merklich dynamischer und hatte gegen Berlins druckvolle Verteidigung immer wieder Lösungen in Petto. ALBA fand in der Phase des Spiels keine Antworten und so ging die dritte Runde mit 24:12 an den USC. 50:50. Das letzte Viertel würde also darüber entscheiden, wer sich den Matchball um den Einzug ins Top4-Turnier sichert.

Im Schlussabschnitt übernahmen die Freiburgerinnen nach Steal und Score von Karla Paradzik ohne viel Federlesens die Führung (52:51, 31. Spielminute), um kurz darauf vom vierten persönlichen Foul von Renée Pingpoh ausgebremst zu werden, die sicherheitshalber zunächst auf der Bank platznehmen musste. Freiburgs Defensivanker lieferte mit 12 Punkten, 6 Rebounds, 3 Steals und 3 Blocks eine Bomben-Partie ab und fehlte in den nächsten Minuten schmerzlich. Berlin witterte seine Chance, startete einen 11:3-Lauf und ging so mit einem 7-Punkte-Vorsprung in die Crunchtime (55:62, 36. Spielminute). Freiburg biss sich noch einmal ins Spiel hinein, konnte bis auf drei Punkte verkürzen, hatte aber nichtmehr die notwendige Energie, um die herausgespielten Abschlüsse im Korb unterzubringen. Lara Gierlichs Dreier mit Ablauf der Spieluhr verfehlte sein Ziel und so rettete Berlin Spiel 1 der Viertelfinalserie über die Ziellinie. 67:64 lautete der Endstand zugunsten der Albatrosse.

Spiel 2 der Serie findet diesen Sonntag um 12:00 Uhr im heimischen Unidome statt. Spannung und Nervenkitzel pur. Jugendbasketball auf absolutem Spitzenlevel. Win or go home. USC Freiburg gegen ALBA Berlin. Für Kaffee und Kuchen ist gesorgt. Kommen Sie, kommen Sie!

Für Freiburg spielten: Paradzik (22 Pkt, 11 Reb, 3 Ass, 28 Eff), Kohn (15 Pts, 6 Reb, 4 Stl, 21 Eff), Pingpoh (12 Pts, 6 Reb, 3 Stl, 3 Blk), Gierlich (10 Pts, 13 Reb, 3 Blk, 2 Ass), Mbah (5 Pts, 7 Reb, 6 Blk, 4 Ass), Faram, Fingerle, Schaper.